Haiti





2006 begann Mary’s Meals in Haiti in Schulen des Cite Soleil Slums außerhalb von Port au Prince und in den Regionen von Gonaives und Hinche zu arbeiten.

 

Cite Soleil

Cite Soleil ist ein Slum der Hauptstadt Port-au-Prince und liegt am Rande des karibischen Ozeans. Circa 300.000 Menschen leben dicht gedrängt in einem Gebiet, das eigentlich nicht mehr ist als eine gigantische Müllhalde. Die Häuser sind wackelige Hütten ohne Trinkwasser- oder Kanalanschluss. Der Slum wird von bewaffneten Gangs regiert und die ganze Region ist extrem unbeständig. Hunger und Unterernährung sind weit verbreitet, besonders unter den Kindern.

 

Vor dem Erdbeben im Januar 2010 hat Mary’s Meals über 6.000 Kinder in 8 Schulen, die von unseren Partnern von Hands Together gebaut worden waren, mit Essen versorgt. Es ist sehr schwierig in Cite Soleil zu arbeiten. Nur dank des Mutes und der Hingabe unserer Partner unter der Leitung von Bruder Tom Hagan – ein amerikanischer Priester, dessen humanitäre Arbeit ihm den Respekt und die Unterstützung der Bevölkerung eingebracht hat – ist es uns möglich zu helfen. Unglücklicherweise wurden diese Schulen beim Erdbeben schwerst beschädigt und unsere Hilfsprojekte finden im Moment in temporären  Unterkünften statt.

 

Gonaives

Mary’s Meals versorgt täglich über 2.000 Kinder, die eine der 7 Dorfschulen in dieser Region besuchen, mit einer Mahlzeit. Diese Gegend wurde schwer von Hurricanes und Überflutungen heimgesucht, was die Fruchtbarkeit des Bodens verschlechtert hat und die ohnehin schon verarmte Bevölkerung in einem noch hoffnungsloseren Zustand zurückließ.

 

“Bei den Kindern hat sich viel geändert. Für viele ist das die einzige Mahlzeit, die sich bekommen. Vorher war ihre Haarfarbe anders, orange. Jetzt hat sich die Farbe ihrer Haare wieder geändert.” Daniel Claude, verwaltender Direktor, Guimby.

 

Hinche

Mary’s Meals versorgt 3.000 Kinder in der Gegend des zentralen Hochplateaus. Manche sind Waisen, die im Maison Fortune Waisenhaus wohnen und andere sind Kinder aus sehr armen Familien.

 

Das Erbeben in Haiti – Unsere Hilfe beim Wiederaufbau

Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7 Haiti. Man schätzt, dass das Beben 200.000 Menschen tötete, tausende wurden obdachlos und die Hauptstadt Port-au-Prince wurde verwüstet.
Haiti war schon vor diesem Unglück der ärmste Staat Amerikas, darum begann Mary’s Meals auch seine Projekte dort. Unsere Freunde in Port-au-Prince waren mitten im Katastrophengebiet und leider wurden auch einige Mitarbeiter getötet und ihre Bürogebäude zerstört. Im naheliegenden Cite Soleil wurden die 8 Schulen, die Mary’s Meals versorgte, schwer beschädigt. Doch dank der exzellenten Hilfe unserer Partner vor Ort und unseren sehr großzügigen Spendern konnten wir sofort reagieren und effektiv helfen.

 

Typische Mary’s Meals Mahlzeit in Haiti:

Reis oder Makkaroni, Mais, Bohnen, Hering oder Lachs

 

Ein Bericht von Magnus MacFarlane-Barrow


Kürzlich kam ich nach Cite Soleil, jenem Slum in Port-au-Prince, in dem eine halbe Million Haitianer unter unmenschlichen Bedingungen in einer Atmosphäre von Gewalt und Armut leben. Ich wollte die Schulen besuchen, die wir mit Maryʼs Meals betreuen und war glücklich über die langen Reihen lachender Kinder in ihren Baumwolluniformen, die auf die Morgenmahlzeit warteten. Diese Schulen – von hohen Mauern und verschlossenen Toren umgeben – sind wie kleine Oasen des Friedens. Das Lachen der Kinder ist wie ein Lied der Hoffnung über den kaputten Straßen, auf denen Schweine im Müll wühlen und nackte, verarmte Kinder in öffentlichen Abwässern herum waten. Wir hoffen, bald auch diese Kinder mit Maryʼs Meals erreichen zu können.

Unser Freund, der die Schulen leitet, erzählte uns von einer noch größeren Armut in einem anderen Landesteil. Mit seinem Auto verließen wir Port-au-Prince und überquerten eine ausgetrocknete Ebene in Richtung der Stadt Gonaives. Jedes Fahrzeug, jeder Strauch und jeder Mensch, dem wir begegneten, war von einem weißen Staubfilm bedeckt. Wir hielten in einem Dorf namens Brunette an – einer Ansammlung kleiner Häuser und einem Klassenzimmer. Darin saßen ungefähr 100 Kinder, still und in Reihen. Die Zeichen der chronischen Unterernährung – entfärbtes Haar, fahles Gesicht und  geschwollener Bauch – waren an ihnen noch deutlicher und erschreckender sichtbar, als bei den Kindern in Cite Soleil. Teilnahmslos hockten sie da, als ihnen freiwillige Helfer Teller mit Reis und Bohnen brachten. Ich machte eine Bemerkung über ihren Zustand zur Klassenlehrerin, worauf sie mir zu Antwort gab: „Sie hätten sie sehen sollen, bevor wir sie zu füttern begonnen haben. Wenn die Kinder nach dem Wochenende zurück kamen, waren sie fast ohnmächtig vor Hunger.” Als wir am Abend Brunette verließen, waren wir fest überzeugt, einen Weg zu finden, damit wir Maryʼs Meals auch zu den Kindern in den Dörfern dieser Gegend bringen können.

Tragischer Weise hat der Hurrikan Hannah vor einigen Monaten eine Spur der Verwüstung durch diesen Landstrich gezogen. Das Leiden der Menschen in der am schlimmsten vom Hunger betroffenen Gegend Haitis wurde dadurch noch verstärkt. Seither haben wir Nothilfe für Tausende Familien bereitgestellt, die durch den Sturm ihr zu Hause verloren haben. Wir hoffen, dass ihnen diese Unterstützung ermöglicht, ihr Leben langsam wieder in den Griff zu bekommen.

Mehr als zuvor sind wir entschlossen, Maryʼs Meals  auch den hungernden Kindern in Haiti zu bringen. Wir wissen, dass die Sicherheit einer täglichen Mahlzeit in der Schule den Kindern, deren Familien und Gemeinschaften – selbst in den schwierigsten Situationen – Hoffnung und Zuversicht gibt.