Stimmen

„Mary‘s Meals – es ist erstaunlich, dass ihr Nahrung bereit stellt, wo es keine Nahrung gibt, und Arbeit, wo keine zu finden ist. Ihr schafft einen Markt für landwirtschaftliche Produkte, wo keine landwirtschaftliche Produktion existiert und schenkt Hoffnung, wo es keine Hoffnung gibt – was ihr macht wird die Welt verändern.“
Gordon Brown bei der Premiere von CHILD 31 vor den 1700 anwesenden Unterstützern und Freunden von Mary‘s Meals am 4. 11. 2012 in der Glasgow Royal Concert Hall

 

 

Tragtaschen für einen guten Zweck

„Im Oktober 2011 wurde uns in Medjugorje ein Gebetstext überreicht, der uns geradezu mitten ins Herz fiel. Es war das Vater unser – Gebet von Mary´s Meals. Schon bei der Heimfahrt überlegten wir, wie wir uns bei diesem Projekt einbringen könnten. Daheim fanden wir in der Zeitung einige Notizen über die Probleme mit Plastiksäcken vor und kamen so auf die Idee, Einkaufssäcke aus Stoff zu nähen. Jedem, der bereit war, mindestens 10 € für die Schulausspeisung eines Kindes zu spenden, schenkten wir eine Tasche. So hatten wir ein Angebot und die Gelegenheit, Mary‘s Meals bekannt zu machen. Voller Eifer gingen wir ans Werk. Über jede fertige Tasche freuten wir uns, denn damit bekommt ein Schulkind die Möglichkeit, ein Jahr lang an der Ausspeisung teilzunehmen.

Die Verteilung der Säcke ist offenbar Mariens Sorge. Wir durften erfahren, dass Segen auf unserer Arbeit liegt, denn sie gehen weg wie die warmen Semmeln. Noch lagern bei uns viele Stoffe, wir sind beide halbwegs gesund, haben Zeit und dazu die Freude, mit unseren geringen Möglichkeiten viele Kinder satt zu machen. Es sind ja wahrhaft nur kleine Taten der Liebe, aber durch das Geld der Spender konnten bisher über 2.000 Schüler verköstigt werden.“
Adelinde und Manfred Schitter


MARY´S MEALS – GEBET
Vater unser,
gib uns heute unser tägliches Brot
und vergib uns, wenn wir mehr nehmen
als unseren Teil des Brotes,
das allen gehört.
Lass uns dir helfen, die Hungernden
mit guten Gaben zu beschenken
und nicht mit Resten von unserem Tisch.

Lehre uns zu teilen,
was wir nicht behalten sollen.
Bekleide uns mit deiner Liebe,
damit wir jedes gute Werk
zu Ende bringen,
für das du uns geschaffen hast.
Lege dein Mitleid für jedes
hungernde Kind in unsere Herzen
und nütze unsere kleinen Taten der Liebe,
damit sie nicht mehr Hunger leiden.
Amen.

 

 

Hungrige Wochenenden

Oft trügt im ländlichen Umfeld der Schein, aber hier sind die Zeichen von chronischem Hunger und Unterernährung offensichtlich. Die Kinder haben verhärmte Gesichter und aufgedunsene Bäuche. Ihr Lehrer sagt: „Nach dem Wochenende kommen die Kinder zur Schule. Manche von ihnen werden ohnmächtig – vor Hunger“.
Lehrer im Dorf Brunette

 

Der Einfluss von Mary’s Meals

Im Slum Cite Soleil geben viele der ärmsten Familien 70 % ihres Einkommens oder mehr für Nahrung aus. Es bleibt sehr wenig für andere notwendige Anschaffungen wie Kleidung, Medizin oder die Wohnung. Eine Mahlzeit am Tag für die Schulkinder in Haiti lindert nicht nur den Hunger der Kinder. Die Familien können durch die Einsparung das Überleben sichern.
Maria Byars, Projektleiter Mary’s Meals

 

Der lange Marsch vom Berg herunter

Ich besuchte die Hochebene von Hinche, wo die Menschen wirklich arm sind. Dort traf ich 120 Kinder von Angoman, einem sehr armen Bergdorf, die vier Stunden den steilen und felsigen Bergpfad herunter gewandert sind. Sie alle kamen, um Mary’s Meals Mahlzeiten an ihrer Schule zu erbitten. Am nächsten Tag kamen 67 Kinder einer anderen Bergschule. Sie, ihre Lehrer und Eltern  sind ebenso stundenlang den steilen Pfad gegangen, um auch eine tägliche Mahlzeit zu erhalten. Die Kinder waren sehr müde, dünn und hungrig. Ihre Füße und Beine waren mit Kratzern übersät, einige trugen Schuhe, andere gingen barfuß. Viele hatten Hautkrankheiten und Augenleiden. Andere rot verfärbte Haare – durch Vitamin- und Mineralstoffmangel. Einige waren erst sechs Jahre. Es waren nicht nur Vertreter ihrer Schulen sondern ganze Klassen.
Gaynoll Craig, Freiwilliger Projektberater

 

Hungrige Kinder

Für die Kinder hier im Slum von Cite Soleil sprechend kann ich ehrlich sagen, dass die tägliche Mahlzeit in der Schule die einzige ist, die sie bekommen. Ohne Mary’s Meals würden sie sicherlich an Unterernährung sterben. Fast überall hier im Slum sehe ich Kinder, die nichts zu essen haben. Sie haben aufgeblähte Bäuche – oft gefüllt mit Würmern – und ihre Haare, normalerweise schwarz, verändern sich in ein hässliches Orange, was ein sicheres Zeichen für Unterernährung ist. Ihre Haut sieht aus, als wäre sie ernsthaft verbrannt – die Folge von zu wenig oder keinem Essen. Ihre Augen sind starr. Viele von ihnen stecken Schmutz und Steine in den Mund in der Annahme es sei Essen. Wenn sie bemerken, dass es kein Essen ist, beginnen sie zu weinen. Ich finde es noch viel schwieriger, die Mütter anzusehen. Die Frauen scheinen vor meinen Augen zu altern. Es ist schwer für eine Frau, eine Mutter, ihr Kind sterben zu sehen. Es ist unnatürlich für eine Mutter, ihr Kind hungern zu sehen. Ich muss sagen, dass ich jeden Tag ein kleines Gebet spreche und für Mary’s Meals danke, wenn ich die Kinder bei ihrer Mahlzeit beobachte.
Bruder Tom Hagen, Hands Together

 

Ein kleiner Akt der Menschlichkeit

Magnus sah einen kleinen Bub am Boden sitzen, der hoffnungslos an einem tiefen Schnitt auf seinem Fuß kratzte. Eine ständige Gefahr: Kinder ohne Schuhe, der Boden mit Müll übersät. Als er wieder hinsah kniete ein kleines Mädchen neben ihm. Sie versuchte ängstlich, die Wunde mit ihrem schmutzigen Kleidersaum zu reinigen. Dieser kleine Akt der Menschlichkeit war ein heilsamer Anstoß für mich. Die Menschen in Cite Soleil brauchen dringend unsere kleinen Akte der Menschlichkeit. Einer unserer Grundsätze der Nächstenliebe: „Wir haben Vertrauen in die angeborene Güte der Menschen.“ Immer wieder können wir diese Güte beobachten.
IFAN – International Anglican Family Network magazine, February 2009

 

Lehmkuchen

Monique, Mutter von 5 Kindern, bäckt auf einem öffentlichen Spielplatz Kuchen aus Ton vermischt mit etwas Margerine und Zucker. Diese Lehmkuchen, einst anerkannte Quelle für Mineralien für schwangere Frauen, werden immer öfter gegessen, um das Hungergefühl zu unterdrücken. Als Nahrung ungeeignet und voll mit schädlichen Parasiten.
Monique, Mutter

 

Weihnachten 2008

Die 14-jährige Stephania Fotina nimmt uns nach der Schule mit nach Hause. Eine 2-Zimmer-Baracke mit Betonstein-Wänden, Zementboden, einem Dach aus rostigen Metallplatten – als Raumtrenner alte Stoffbahnen. Ihr Vater ist tot, ihre Mutter lebt mit einigen ihrer Kinder auf dem Land. Stephania lebt hier mit ihrer Kusine Sophanie Pierre, 35, und fünf weiteren Verwandten. Frau Pierre, im 6. Monat schwanger, versucht mit dem Verkauf von Brot mit einem Aufstrich aus Zucker und Erdnussbutter Geld zu verdienen. Der Verkaufsstand: ein wackeliger Tisch vor der Hütte. Ihr Mann bietet sich als „horseman“ (der Spitzname für Arbeiter, die Waren mit einer Schubkarre transportieren) an.“Meistens verdienen wir nicht genug, dass alle satt werden“ sagt Frau Pierre. „Es ist eine große Erleichterung zu wissen, dass Stephania eine Mahlzeit in der Schule bekommt“. Während ich die tägliche Routine hier beobachte kommt ein 14-jähriger Bub auf mich zu. Ceus Davidson steht nervös vor mir. „Ich möchte ihnen sagen, dass wir wirklich auf das Essen, das sie uns geben, angewiesen sind. Die Mahlzeiten sind sehr wichtig für alle Schüler.“ Und dann, auf seinen Magen deutend: „Sie sehen, zu Hause bekommen wir nichts.“
Daily Telegraph 2008


Fr. Schitter